Beitraege von Carla

20
Jun
2004

Erfahrungsbericht

Es begann während meines Diplom-Pädagogik-Studiums 1997. Ich radelte von einem Pädagogik-Seminar nach Hause, da vernahm ich plötzlich auf der Straße von Menschen, die mir begegneten, Stimmen. Es waren Wortfetzen, Satzfragmente, zusammenhangloses Zeug , das von außen auf mich einströmte. Ich war verblüfft, registrierte jedoch sofort, dass die Menschen auf der Straße, tatsächlich nichts sagten. Vom ersten Moment an wußte ich, dass diese Beeinflussung von außen gesteuert wurde, dass es also keine nervöse oder innerpsychische Entgleisung meinerseits war.

Die Einflüsse veränderten sich, neben den Stimmen, die zunehmend von "innen, in meinem Kopf" auf mich einwirkten, kamen Irritationen durch Menschen hinzu, die sich "scheinbar" über mich unterhielten, dieses aber indirekt. Oft riefen sie mir etwas zu, gaben mir Zeichen wie Agenten einer anderen Sphäre. Ich hatte den Eindruck, sämtlichen Menschen, die in meiner Umgebung waren, ausgeliefert zu sein. Sie schienen informiert zu sein, über mich, über mein Leben, über das was ich tat. Ich hingegen wußte von nichts. Außerdem wurde mein Bewußtsein maltretiert von Zeichen, die ich durch das Licht erhielt, durch Knacken im Fernseher und Blitze vom Himmel u.s.w.. All dieses schien mir nicht zufällig, sondern wurde gezielt so manifestiert, dass ich glauben mußte, dass es eine anonyme Macht gab und gibt, die versuchte mir mein Leben, meine Unabhängigkeit, meine Freiheit zu rauben. Ich hatte bis dato sehr unabhängig und sehr selbstbestimmt gelebt und war ein sehr frei denkender und handelnder Mensch gewesen.

Es schloß sich nach meinem Studium(1999) eine chaotische Phase der Arbeitslosigkeit an (1 Jahr), die als sehr dramatisch in Erinnerung habe. Zu dieser Zeit fühlte ich mich wirklich psychische tief verstört, durch diese Bewußtseinskontrolle. "Schizophren" hingegen war ich nie, auch wenn die Psychiatrie mir diese Diagnose aufgesetzt hat. Es scheint mir, als sei das Schubladendenken dieser Disziplin der kleinste gemeinsame Nenner zwischen Legitimität und Unrecht. Es ist bequem die Menschen durch solche Verunglimpfungen ins Abseits zu stellen und sie der "Unzurechnungsfähigkeit" zu übereignen. Tatsache war, dass ich versuchte den Einflüssen auszuweichen indem eine Flucht durch die Bundesrepublik begann. Ich floh zu meinen Eltern, von dort nach Bayern von Bayern wieder zurück und in der Zwischenzeit auch noch ins Ausland, immer in der Hoffnung, die Übergriffe könnten so gestoppt werden, denn das versprachen mir meine Stimmen.

Im Jahre 2000 bekam ich ein Arbeitsangebot in Bayern. Hier sollte alles "besser werden" versprachen meine Stimmen. Mit diesem Umzug bekam ich neuerdings Informationen zu meinen Peinigern und meiner Situation durch die Stimmen selbst. Ich war geschockt ich hörte von Forschungen die an mir vorgenommen wurden durch führende Raumfahrtunternehmen, von Übergriffen durch die Mafia politisch initiiert u.s.w.. Leider belogen meine Stimmen mich auch regelmäßig, so dass ich hierdurch keine verläßliche Informationsquelle erhielt. Die Zeit in Bayern war eine einzige Tortur. Ich wurde reglerecht gefoltert. Zu dieser Zeit begannen auch die Bestrahlungen meines Körpers.

1. Bestrahlung (Punkt und Flächenbestrahlung) einzelner Körperteile als Information über einzelne Interessengruppen, die durch mich "an sind", die Profit schlagen aus mir bzw. indirekt verbunden sind mit mir. Die Kenntnis der Interpretation, erfolgte einer jahrelangen Indoktrination und Lehre über den Charakter dieser Interessengruppen (durch Erfahrung und Stimmen) und die Entschlüsselung von Codes hinter denen sie sich verbergen.

Massivst Bestrahlung der Genitalien und einer Operationsnarbe (die ein Metallimplantat von 1989 enthält) mit Verbrennungsblasen und Sekretabsonderung.

2. Systematischer Schlafentzug. Scheinbar genau Messung der Übergänge von Flach- in Tiefschlafphasen und das systematische "Wecken" durch automatische Körperzuckungen.

3. Stimmenhören z. T. strategische Irreführung, aber auch Informationscharakter (unzuverlässig, da häufig lügenhaft). Wecken durch laute Stimmen, Einschüchterung und Drohung mit dem erklärten Ziel mich in den Selbstmord zu treiben. Z. B. Drohungen, dass meine Niere durch Strahlung zerstört wird. Dialogführen in Gedanken.

4. ständige Besetzung meiner Aufmerksamkeit, dass ich kontrolliert werde. Dies geschieht durch Blitze vor den Augen und Lichtflackern die ich als Signale auf mein Denken, mein Handeln, mein Fühlen, mein Sprechen, deute. Zerstörung von Privatheit und Intimität.

5. Störung des Gefühllebens (die Gefühle werden "abgeschaltet"). Besonders schlimm, die Bestrahlung der Genitalien mit der Herstellung einer Verbindung zwischen "Scheid" = " Scheiden" = "Scheide") verbunden mit sexuellen Störungen.

6. Berufliche Disqualifizierung durch indirekte Diffamierung meiner Person von Schülern und Kollegen. Verlust von Autorität durch Information der Schüler und Kollegen darüber, dass ich ihr Opfer sei, dass sie mich kontrollieren können. Komplette Involvierung meiner Umgebung / Mitmenschen und systematische Beeinflussung dieser gegen mich zu ihrem Vorteil ( Bestechung!).

Aufbauen von Feindbildern (beruflich und privat / Freundeskreis) mit dem Ziel meiner Isolation.

7. Ich bin angeblich Mittler für sogenannte "Schlüssel", die andere befähigen mich zu kontrollieren durch "Sehen". Während eines zweijährigen Aufenthalts in Nürnberg erhielten Kollegen und Schüler solche "Schlüssel", wird gesagt. Ich selbst verabscheue diese Form von Kontrolle und habe auch selbst nie einen "Schlüssel" gehabt, noch strebe ich danach. Indirekte Aufforderung, Drängen mit Leuten mitzugehen die mich draußen abfangen und mir deuten ich solle mit ihnen mitkommen. (Wartende Leute an Bahnhöfen, die mich zu sich winken). Stimmen erklären ich "muß" selbst kontrollieren.

8. Stimulation der Haut mit dem Gefühl es laufen "Insekten" darüber, was Ekelgefühle erzeugt.

9. Ich leide unter massiven Eingriffen in mein Denken, mir wird gesagt ich solle "verblöden" durch permanentes Vollstopfen mit Schwachsinn. Auch werden meine Gedankengänge durch Stimmen unterbrochen und ich leide dadurch an der Verflachung und Kürze der Gedanken. Mein Konzentrationsvermögen und meine Merkfähigkeit sind gestört durch diese Übergriffe.

Nach zwei Jahren in Bayern war ich psychisch und körperlich am Boden. Abgemagert auf 47 kg, nervlich ausgezehrt, flüchtete ich zurück gen Norden. Meine Stimmen hatten vor, mich in den Selbstmord zu treiben, das erklärten sie. Ich solle beseitigt werden, ohne dass sich jemand die Hände schmutzig macht, war ihr Kanon. Dazu diente das systematische Treiben in die Hoffnungslosigkeit. Die Stimmen machten mir Mut, gaben mir Hoffnung, um sie dann wieder zu zerstören. Ich sollte mürbe gemacht werden, glaubte, in meiner Not aber den Stimmen, die mich einmal um die Welt jagten in der Aussicht, ich könne die Torturen dadurch loswerden. In der Zwischenzeit mußte ich ein Kind abtreiben, da ich dermaßen unter Beschuß stand, dass ich mich nicht in der Lage sah diesen kleinen Menschen in die Welt zu setzen. Ich hörte, ich würde all diese destruktiven Einflüsse auf mein Kind übertragen. Mir wurde gesagt, ich habe Resonanzgeber im Blut durch eine Infusion, die ich nach einem massive Magen-Darm-Infekt in Asien erhielt, die mit Strahlung reagieren. Bis heute habe ich auch diesbezüglich niemanden gefunden der mir diese hochreaktive Substanz im Blut nachweist.

In Norddeutschland angekommen (erneut arbeitslos), begann ich strategisch nach Hilfe zu suchen, ich informierte zahlreiche Menschen über mein Erlebtes. Damit begann eine Odyssee durch sämtliche institutionelle Instanzen, denen ich mich anvertraute und bei denen ich Hilfe suchte. Während meine Umwelt fest davon überzeugt war, dass es sich bei mir um eine psychische "Krankheit" handelt, suchte ich nach den wahren Auslösern dieser Übergriffe und Manipulationen. Ich schrieb Briefe, telefonierte, mailte nach Italien, in die USA. Ich wurde vorstellig bei Rechtsanwälten, Gericht, mehrfach bei der Polizei, bei Physikern, Geheimdienstexperten, Mediziner, Psychologen etc. etc. etc.. ohne durchschlagenden Erfolg. Mangels Beweisen kam es zu keiner Anzeige gegen diese Verbrecher bei der Polizei und viele Adressaten blieben mir eine Antwort schuldig. Ich schloss mich dem Verein Netzwerk Stimmenhören in Berlin an und bekam dort Unterstützung und Hilfe, ansonsten erlebte ich durchweg viel Hilflosigkeit und Unverständnis.

Mittlerweile arbeite ich als Pädagogin (scheinbar weitgehend geschützt) und habe mein Leben im Griff. Die Übergriffe sind weniger, aber nach wie vor da. Ich werde regelmäßig subtil erinnert, dass ich kontrolliert werde und ich weiß, dass die Übergriffe ohne Vorankündigung wiederkehren können. Einen Anlaß für diese Kontrolle gibt es nicht. Eine Einfallschneise für Strahlung ist über meinem Bett, so dass die Bestrahlungen oft nachts oder früh morgens erfolgen. Die Stimmen sind gemäßigt. Ich lebe in einer permanenten Ungewißtheit und Angst, ?wann? und ?ob? ich wieder beschallt und bestrahlt werde und mit welcher Intensität. Unter dieser Maßgabe bin ich zum Minimalisten geworden und genieße jeden Tag, den ich in Ruhe gelassen werde. Eine wirkliche Perspektive für mein Leben ist das nicht. Ich habe längst begonnen die Erinnerung an die unmenschlichen und erniedrigenden Foltermethoden zu verdrängen, denn ihre Gewaltsamkeit und die Verachtung sämtlicher Grundrechte ist unerträglich. Mit meinem Erlebten fühle ich mich weitgehend alleingelassen. Die Psychiatrie kennt als Antwort auf mein Trauma nur die Verschreibung von Medikamenten, die das Geschehen zwar nicht ändert, aber mich "unempfindlich" macht und vieles "wegdämpft". Die menschenverachtenden Qualen werden dadurch jedoch nicht beseitigt, sondern indirekt unterstützt.

Ich bin dankbar für den Austausch unter Betroffenen, die ähnliche Dinge erleiden müssen und mußten wie ich. Es ist zwar gegenüber den Tätern keine Genugtuung, keine ausgleichende Gerechtigkeit da, aber es ist zumindest ein Erleichterung, mit dem Erlebten nicht allein zu sein.
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